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27.09.2017

2017-09-27

Deutsche Kreditwirtschaft

Berlin Group beginnt öffentliche Marktkonsultation zum NextGenPSD2-Standard

Durch die PSD2-Richtlinie wird die europäische Finanzbranche den Zugang zu Kontoinformationen ausweiten. Der NextGenPSD2-Standard bietet für dieses Szenario eine Reihe moderner, offener, harmonisierter und untereinander kompatibler ("interoperabler“) Programmierschnittstellen (APIs) als sicherste und effizienteste Methode zur geschützten Datenbereitstellung an. Der NextGenPSD2-Standard verringert die XS2A-Komplexität, thematisiert die Problematik verschiedener konkurrierender Standards innerhalb von Europa und ermöglicht es europäischen Bankkunden – im Einklang mit den Zielen des Euro Retail Payments Boards – von innovativen Produkten und Dienstleistungen ("Banking as a Service“) zu profitieren, indem Drittanbietern in sicherer und geschützter Form (mit Authentifizierung und Genehmigung) Zugang zu den Bankkonten und Finanzdaten der Kunden gestattet wird. Die APIs unterstützen die gemäß PSD2 erforderlichen Kontoinformationsdienste (AIS), Dienste von Anbietern von Zahlungsinstrumenten (PIIS) und Zahlungsauslösedienste (PIS) und wurden auf Basis der Standards "RESTful“, "OAuth2“ und "JSON“ entwickelt, wobei für die auszutauschenden Datenelemente die Standards der ISO-Norm 20022 zugrunde gelegt wurden. 

Die Berlin Group ist überzeugt, dass offene und harmonisierte PSD2-XS2A-Schnittstellenstandards für Prozesse, Daten und Infrastrukturen notwendige Grundsteine eines offenen und umfassend kompatiblen Marktes sind. Echte Interoperabilität ist ein Kernbestandteil wettbewerbsfähiger europaweiter PSD2-XS2A-Dienste, der die Integration des europäischen Binnenmarktes fördern wird und von dem sowohl der Zahlungsdienstleistungssektor als auch europäische Verbraucher und Unternehmen profitieren können. 

Eine öffentliche und transparente Marktkonsultation wird daher als entscheidender Beitrag zur Entwicklung ausgereifter Standards angesehen, die sowohl auf die Anforderungen des Marktes als auch auf die einschlägigen Gesetze und Verordnungen abgestimmt sind. Der NextGenPSD2-Standard steht ab dem 2. Oktober 2017 auf der Website der Berlin Group (www.berlin-group.org/market-consultations) zum Download bereit. Die Konsultation endet am Freitag, den 17. November 2017. Alle eingegangenen Beiträge werden nach Abschluss der Konsultationsphase veröffentlicht, sofern nicht anders gewünscht. Begleitend zu der öffentlichen Marktkonsultation wird am 25. Oktober 2017 in Berlin eine NextGenPSD2-Konferenz abgehalten (www.berlin-group.org/nextgenpsd2-conference-2017). 



Anhang - Anmerkungen für die Redaktion: 

Informationen zur NextGenPSD2-Initiative
Die NextGenPSD2-Initiative ist eine offene Ad-hoc-Koalition für europaweite Branchenstandards, an der 38 Organisationen mitwirken, deren Tätigkeiten sich über alle EU-Mitgliedsstaaten erstrecken und die ein breites Spektrum des europäischen Banken- und Zahlungsdienstleistungssektors vertreten. Die Initiative ist weder an eine bestimmte Bank oder Bankengruppe noch an einen oder mehrere Zahlungsanbieter gebunden und bringt nicht wettbewerbsorientierte gemeinsame technische und organisatorische Interessen und eine heterogene Stakeholder-Gemeinschaft zusammen. Für den Austausch und die Zusammenarbeit mit anderen relevanten Open-Banking-Initiativen und weitere Beteiligungen seitens europäischer Banken, Bankenverbände, Zahlungsverbände, Zahlungsanbieter und Interbank-Zahlungsabwickler ist die Initiative stets aufgeschlossen. Der Gründungsgedanke der Bewegung ist der einer "Open-Source-Initiative“ – das heißt jeder Teilnehmer deckt seine eigenen Kosten (keine Mitgliedschaftsgebühren) und jegliches geistige Eigentum an den Arbeitsergebnissen aus diesem Interoperabilitätsprojekt wird der Öffentlichkeit zur freien Nutzung zur Verfügung gestellt. 

Eine vollständige Liste aller Teilnehmer einschließlich Unternehmenslogos findet sich unter www.berlin-group.org/psd2-access-to-bank-accounts

Über die Berlin Group
Die Berlin Group ist eine europaweite Initiative für Interoperabilitätsstandards und Harmonisierung mit dem vorrangigen Ziel, offene gemeinsame Standards für den Interbankenverkehr zu definieren. Das erste Treffen der Berlin Group fand im Oktober 2004 in Berlin statt. Zu den Mitwirkenden zählen Banken, Bankenverbände, Zahlungsverbände, nationale und internationale Zahlungsdienstanbieter und Interbank-Zahlungsabwickler, die im SEPA-System tätig sind. In Bereichen wie der Kartenzahlungsabwicklung und der Interoperabilität von mobilen P2P-Lösungen wurden bereits Standards entwickelt und bereitgestellt. 

Weitere Informationen sind unter www.berlin-group.org erhältlich. 

Hintergründe zur PSD2-Gesetzgebung und Zugang zu Konten
In Europa sind die Aufsichtsbehörden die Haupttriebkräfte für die Einführung eines Datenaustauschs zwischen Banken und die Förderung offener Banking-Schnittstellen. Die überarbeitete Richtlinie über Zahlungsdienste (EU 2015/2366, auch als PSD2 bekannt), führt neue Zahlungsauslösedienste und Kontoinformationsdienste ein, die durch regulierte Drittanbieter (TPPs) mittels einer dedizierten Access-to-Account-Schnittstelle (XS2A) zwischen den Banken und den TPPs erbracht werden. Weitere Anforderungen für die Implementierung und Nutzung dieser Schnittstelle werden durch einen technischen Regulierungsstandard (RTS) definiert, der von der europäischen Bankaufsichtsbehörde (EBA) erarbeitet wird. 

Weder PSD2 noch der EBA-RTS schreiben vor, dass die XS2A-Schnittstellen aller Banken auf einem einzigen Standard basieren müssen. Dies kann dazu führen, dass mehrere Standards am Markt konkurrieren. Angesichts tausender Banken und Drittanbieter in Europa würde es erhebliche Investitionen und einen enormen IT-Aufwand für den gesamten Markt erfordern, um proprietäre, bankspezifische XS2A-Kommunikationsstandards zu entwickeln, umzusetzen, zu dokumentieren, zu testen und fortlaufend zu pflegen – insbesondere in Anbetracht der Erwartungen am Markt hinsichtlich Sicherheit, Leistungsstärke und zukünftigem Innovationspotenzial. 


ANSPRECHPARTNER FÜR MEDIEN 

Die Berlin Group

Sekretariat - Wijnand Machielse               
+49 228 2806 181                    
E-Mail: info@berlin-group.org

Deutsche Kreditwirtschaft 
Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR)
Melanie Schmergal
Tel.: +49 30 2021-1300
E-Mail: presse@bvr.de
 


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